Ein echtes Heimspiel war das Konzert, das OSKA alias Maria Burger am Freitag, dem 2. Oktober 2026, auf Einladung des Vereins „Kulturzwickl“ im Stadtsaal Zwettl gab. Trotz ihrer internationalen Erfahrung – unter anderem stand die gebürtige Rastenfelderin bereits als Vorband von „Coldplay“ im Ernst-Happel-Stadion auf der Bühne – war die Nervosität vor diesem Auftritt spürbar. Denn vor einem „Heimpublikum“ zu spielen, ist und bleibt eben etwas ganz Besonderes.

Und so saßen neben vielen Fans auch zahlreiche Familienmitglieder, Verwandte und Freunde im Publikum, die OSKA mit großem Jubel auf der Bühne empfingen. Die 30-jährige Singer-Songwriterin, die sich mittlerweile als feste Größe in der europäischen Indie-Pop-Szene etabliert hat, verzauberte die Zuhörer im bummvollen Stadtsaal mit ihrer sanften, fast schon ätherischen und doch sehr kraftvollen Stimme.  Das Publikum erlebte eine Mischung aus eingängigen Melodien und tiefgründigen, melancholischen und poetischen Texten aus ihren beiden Alben „My World, My love, Paris“ und „Refined Believer“, aber auch einige ganz neue Lieder feierten bei diesem Tourauftakt in Zwettl ihre Uraufführung.

Ein besonderer Höhepunkt war, als die mehrfache Amadeus Award-Preisträgerin die Gitarre gegen ein Banjo tauschte. Sie habe jetzt längere Zeit in Amerika gelebt und in Nashville das Banjo für sich entdeckt. „Endlich habe ich ein Hobby gefunden, das ich neben der Musik ausüben kann!“, meinte sie schmunzelnd. Ihr mit dem Banjo begleitetes Lied über die in Amerika typischen Plastik-Jesus-Figuren am Rückspiegel wurde vom Publikum mit Begeisterung aufgenommen.

Unterstützt wurde OSKA von den Musikern Clemens Bäre (Gitarre, Vocals, Mundharmonika), Lukas Lauermann (Cello) und Matthias Frey (Viola). Mit Ersterem verbindet sie nicht nur die Liebe zur Musik und eine tiefe Freundschaft, sondern auch eine besondere Geschichte, die sie, während die Gitarren umgestimmt wurden, erzählte: Im Kindergarten hatte sie einen besten Freund, der aber mit seiner Familie aus Rastenfeld wegzog. 18 Jahre später folgte ihr ein Musiker auf Instagram – Clemens Bäre, ihr Freund aus Kindergarten-Tagen, der sie jetzt immer wieder auf der Bühne begleitet. Die Streicher wiederum sind etwas ganz Besonderes für OSKA: „Es ist das Unglaublichste für mich, Streicher ins Studio einzuladen und mit ihnen zu spielen.“

Etwas unkonventionell war die Moderation der Künstlerin: Wiederholt fragte sie das Publikum: „Geht’s Euch eh gut?“, sie forderte die Besucher mehrfach auf, mitzusingen, und fragte kurz vor Ende des Konzertes sogar nach einem Wunsch-Lied. Und so spielte sie – ungeprobt und spontan – auf Wunsch des Publikums „Mona Lisa“.  „Clemens, wir spielen das seit sechs Jahren, wir können das“, meinte sie zu ihrem Gitarristen. Und sie konnten es – und wie. Als Zugabe sang sie dann noch den neuen Song „The night is mine“, ein Lied über die Rache einer Frau, „das aus mir einfach rausgefallen ist“.

Modisches Detail am Rande: OSKA trug bei ihrem Auftritt in Zwettl ein Kleid, das von einer Nachbarin in Rastenfeld genäht wurde, und die Herren auf der Bühne trugen zum Gaudium des Publikums Spangen im Haar – ein spontaner, netter Gag. OSKAs Fazit dieser Tour-Premiere: „Es war so ein schöner Abend, Zwettl!“ – Dem können wir nur zustimmen: Es war ein wundervoller Abend mit einer hervorragenden Sängerin und kongenialen Musikern, ein Abend, der verzauberte und die Welt draußen mit ihren Konflikten und Herausforderungen ein wenig vergessen ließ. Standing Ovation und frenetischer Applaus waren der Lohn dafür.

Und natürlich ein ganz großes Danke an Florian Christl & Dieter „Edi“ Edinger Stage Support für den großartigen Ton und Andreas „Eddi“ Pribitzer für das wunderschöne Licht.


(c) Konzertbericht Brigitte Lassmann-Moser
(c) Fotos Benjamin Uitz