„MischMasch“ betitelt sich das Programm von Kabarettist Günther Lainer, mit dem er auf Einladung der Freiwilligen Feuerwehr Schloss Rosenau – in KOOPERATION mit dem „KULTURZWICKL“ – am 19. September 2026 im Feuerwehrhaus in Niederneustift gastierte. Und ein „Mischmasch“ war es dann auch – aber ein ausgesprochen unterhaltsamer.

Lainer, der mit einer Tanzeinlage die Bühne betrat und damit das Publikum sofort „gekauft“ hatte, erklärte den Mischmasch: Tanz, Lesung, Musik und Akrobatik – letztere beschränkte sich freilich auf das Jonglieren mit bis zu vier (!) Bällen, aber das sehr gekonnt, ist er doch ein „Bihänder“ (also beidhändig).

Lainer las aus seinem Buch „Lebensweisheiten, die keiner braucht“, vor allem Mundartgedichte, die sich nicht reimen und kurze Geschichten („Shorties“) erzählen, die er teils selbst erlebt, teils gehört hat, u.a. ein „Liebeslied an die Liebe“ und ein „Gedicht“ aus der Sicht einer Frau: „Ohne Mann ist’s a Schas, mit Mann a. Aber für irgendeinen Schas muss man sich entscheiden!“

Eine gewichtige Rolle im Programm nimmt Lainers Gewicht, seine Statur, das Essen ein. „Gibt’s noch einen bladeren Kabarettisten?“ – Antwort aus dem Publikum: „Ja, den Kammerhofer…!“ Aber Lainer erklärte auch, warum er so gewichtig ist: „Ich habe schwere Blutkörperchen!“

„Ich bin erstmals auf einem Feuerwehrfest“, erklärte der Kabarettist, „ich habe schon viele besucht, aber ich bin noch nie auf einem aufgetreten“. Diesen Auftritt freilich wird er nicht so schnell vergessen, denn ein besonderer Höhepunkt war, als er die „Spatzenpost“, die er wegen der Witze abonniert hat, zückte. Kam doch prompt aus dem Publikum die Aufklärung: Die Spatzenpost hat ihren Namen 1974 in Schloss Rosenau im Rahmen eines Wettbewerbs bekommen. „I pack‘ des net!“, so des Künstlers spontane Reaktion. „Das kann man nicht erfinden, das kommt ins nächste Programm. Eigentlich könnte ich jetzt aufhören – da kommt nix mehr!“

Ein paar Kostproben aus dem Pointen-Feuerwerk des Oberösterreichers („Das Mühlviertel ist wie das Waldviertel, nur wohnen die woanders.“), der vor seiner Kabarettisten-Karriere Religionslehrer und Pastoralassistent war, gefällig? „Egal ist gar nix, aber wurscht ist alles!“ – „Weihnachten geht mir auf den Keks, Ostern auf die Eier, Pfingsten auf den Geist, Nikolo auf’n Sack und Allerheiligen ist für mich gestorben.“ – „Wenn Du im Ehebett rechts liegst, lässt Du den Ehepartner die ganze Nacht links liegen.“ – „Wer hat das Gendern eingeführt? Die Gendermarie!“

Begleitet wurde Lainer von den beiden genialen Musikern Daniel Orman (Gitarre) und Thomas Mandel (Keyboard, Sax), von denen man gerne noch viel mehr gehört hätte. Die beiden bewiesen neben ihrem hervorragenden Können auch große Spielfreude und komödiantisches Talent. Mandel hat auch ein paar Gedichte von Günther Lainer vertont, die diesen dann auch zum Gesangs-Mikro greifen ließ. „Ich singe aber auch a cabello – also ohne Hund!“

Nach noch mehr Witzen, Lebensweisheiten und irrwitzigen Stammbuch-Sprüchen holte sich Lainer Feuerwehrkommandant Mario Bauer auf die Bühne. Und dieser musste gemeinsam mit ihm mit einer Feuerfackel jonglieren. Bauer bewies nicht nur dabei großes Geschick, sondern auch bei der gezielten Tötung einer Hornisse, die sich in die Maschinenhalle verirrt hatte und die Herren auf der Bühne etwas verunsicherte. Lainer bedankte sich für die Jonglierkünste bei Mario Bauer mit einem Luftballon-Tier, legte beim Schlusslied noch einmal ein Tänzchen auf die Bühne und zeigte als Zugabe einen „Zaubertrick“ (weder Trick noch Zauber) mit einem Feuerzeug. Mit diesem Engagement beschritt die Feuerwehr Schloss Rosenau neue Wege – eine Entscheidung, die sie nicht bereuen musste: Es war ein rundum gelungener, lustiger und unterhaltsamer Abend, der förmlich nach einem „Da capo“ ruft.


(c) Konzertbericht Brigitte Lassmann-Moser
(c) Fotos Brigitte Lassmann-Moser