Bereits zum zweiten Mal gastierte Kabarettist Stefan Haider auf Einladung des Vereins „Kulturzwickl“ am Samstagabend, 16. Mai 2026, in Zwettl, wo er mit viel Wortwitz, aber auch Selbstironie hauptsächlich lustige Anekdoten aus dem Schulalltag und seinem Leben als Religionslehrer und Schuldirektor erzählte.
Diesmal stand Haider mit seinem Programm „Director’s Cut“ auf der Bühne des sehr gut gefüllten Stadtsaals. „Das ist alles ungeschnitten, da kommt die ganze Wahrheit auf die Bühne!“, meinte der „Nebenerwerbskomiker“ (Eigendefinition). Das, was er abends bei seinen Auftritten als Kabarettist macht, mache er am Vormittag in der Schule. „Aber dort gehen die Leute nicht freiwillig hin!“
In den Stadtsaal kamen sie freiwillig – und amüsierten sich köstlich über das unterhaltsame, pointenreiche Programm, in dem Haider nicht nur mit Worten, sondern auch musikalisch auftrumpfte, griff er doch zwischendurch auch immer wieder zum E-Bass.
Schule – eine sprudelnde Quelle für Themen
Stefan Haider philosophierte mit Charme, feinem Humor und treffsicheren Pointen über sein Dasein als Direktor und Kabarettist, über die Dummheit mancher Schüler („Niemand ist absichtlich deppert!“), über Quereinsteiger als Lehrer, die Digitalisierung, Künstliche Intelligenz, bedürfnisorientierte Erziehung, Klimasünden und Klimareligion, er machte sich Gedanken über den „Herbst“ des Lebens, erklärte, warum er Hofrat werden will („Das lasse ich dann am Familiengrab eingravieren“), betonte, dass der Lehrerberuf genauso wichtig ist wie jener des Arztes, streute dabei immer wieder Bibelzitate ein und sinnierte über Glaubensfragen.
Ein paar Zitate gefällig? „In einer Leitungsfunktion musst Du die Erwartungen so niedrig wie möglich halten.“ – „Der sinnvollste aller sinnvollen Gründe, Lehrer zu werden, ist, weil du sonst zu absolut nichts anderem fähig bist!“ – „Wenn du in der Schule zu schwach bist, musst du in die freie Wirtschaft gehen.“ – „Wer nicht 17-mal Dasselbe erzählen kann, hat in der Schule nichts verloren.“ – „Viele sagen, die Schule ist die schönste Zeit im Leben. Wir haben als Schule die Verantwortung, dass das nicht passiert. Es wäre doch traurig, wenn die schönste Zeit im Leben mit 14 vorbei wäre!“
Stefan Haider ist überzeugt davon, dass er es geschafft hat – immerhin ist er Pate eines Fisches, nämlich von einem Kardinalbarsch („Passend für einen Religionslehrer“), und er zierte schon einmal ein Cover – nämlich jenes der Kirchenzeitung.
Zufrieden mit Zwettler Publikum Den wunderbar kurzweiligen Abend beschloss er mit einer gesanglichen Zusammenfassung seines Programms im Zeitraffer, als Zugabe gab’s dann noch „Entschuldigungslieder“. Und bevor er von der Bühne abtrat, streute er dem Zwettler Publikum noch Rosen: „Sie waren ein tolles Publikum, sie haben toll gelacht – fast immer an der richtigen Stelle!“
Ein großes DANKE an Christian Renner für den guten Ton und an Dieter Edinger Stage Support Eventtechnik für den Tonsupport und Andi Pribitzer für das wunderbare Licht sowie an Peter Koppensteiner für die phantastischen Fotos.
(c) Konzertbericht Brigitte Lassmann-Moser
(c) Fotos: Peter Koppensteiner
