(c) Benjamin Uitz

Einen vergnüglichen Abend bescherte die Band „5/8erl in Ehr’n“ dem Publikum im Zwettler Stadtsaal, wohin der Verein „Kulturzwickl“ am Samstagabend, 18. April 2026, eingeladen hatte. Es war ein Abend, der ganz im Zeichen von „Wiener Soul“ stand.

Gleich zu Beginn wurde das Publikum zum Mitsingen eingeladen: „Baby, schneid die Melone an“ – nämlich die Geburtstagsmelone -, und die Zuhörer ließen sich nicht zwei Mal bitten und sangen aus voller Kehle mit.

„5/8erl in Ehr’n“ gilt als eine der prägendsten Bands der zeitgenössischen österreichischen Musikszene, die Wiener Mundarttexte mit musikalischen Einflüssen aus Wienerlied, Soul, Blues und Jazz vereint und damit einen einzigartigen Stil geschaffen hat, den „Wiener Soul“. Heuer feiert die Band – die erst jüngst wieder mit einem Amadeus Music Award ausgezeichnet wurde – ihr 20-jähriges Bestehen. „Wir haben uns in den letzten 20 Jahren nicht verändert, nur das Publikum ist älter geworden!“

Vom „Siassen Tschick“ bis zum „Badeschluss“

Entsprechend dem Motto des Abends „20 Jahre Wiener Soul“ gab es beim Konzert in Zwettl einen Querschnitt der letzten zwei Jahrzehnte zu hören. Da durften 5/8erl-Hits wie „Siasse Tschick“, ihr erster großer Hit, ebenso wenig fehlen wie „Badeschluss“, das in vielen Wiener Bädern das Ende eines Badestages, die „Sperrstund‘“ sozusagen, anzeigt und auch als Hymne auf den Wiener Sommer bezeichnet wird („Eines der traurigsten Lieder, die wir je geschrieben haben!“).  Oder das im Reggae-Stil gehaltene „Vaporizer“, dessen Refrain „Und i dampf und i dampf…“ weit über Österreich hinaus bekannt ist. Und es gab auch einen „Schlagermoment“ (Eigendefinition), immerhin ist Frontmann Robert „Bobby“ Slivovsky auch mit einem Solo-Projekt, dem „Romantic Slivo“, der sich voll und ganz und mit einem Augenzwinkern der Schlagerwelt und ihrem Glanz widmet, unterwegs.

Ein Konzert als Gesamtkunstwerk

Der harmonische Gesang der beiden Frontmänner Max Gaier und Robert Slivovsky vereint sich mit der Musik von Miki Liebermann (Gitarre), Hanibal Scheutz (Kontrabass) und Clemens Wenger (Klavier, Akkordeon) zu einem genussvollen, fast schon chilligen Gesamtkunstwerk und begeisterte das Publikum ebenso wie die amüsanten, etwas skurrilen und beinahe schon sarkastischen Texte, die es trotz ihres Humors nicht an Tiefgang fehlen lassen, ob es sich nun um ein Liebelied handelt, eine politische Botschaft vermittelt oder Sozialkritik geübt wird.  Das Tüpfelchen auf dem „i“ ist der grandiose Schmäh der beiden Moderatoren Gaier und Slivovsky in ihrer witzigen Doppelconference. In diese wurde, da Jazz und Blues ja sehr international sind, auch etwas Englisch eingestreut – ein sehr lustiges Englisch.

Bei den Zugaben schloss sich dann wieder der Kreis: Mit dem Song „Es muss was Wunderbares sein…“ aus dem ersten, gleichnamigen 5/8erl-Album wurde der Abend beschlossen. Danach gab es allerdings noch eine sehr gelungene, lustige „Verkaufsshow“, wo die Merchandising-Produkte der Band – hoffentlich erfolgreich – angepriesen wurden.

Ein 5/8erl-Konzert befreit die Seele

Nicht nur das Publikum war begeistert und honorierte die Darbietungen mit viel Applaus, Bravo-Rufen und Pfiffen, auch das Kulturzwickl-Team mit Obmann Gerhard Uitz an der Spitze war von der mitreißenden Performance sehr angetan. Denn was kann die Seele – neben essen, schlafen und wandern – befreien? Ein 5/8erl-Konzert…

Und die Band? Die meint: „Zwettl ist ein gutes Pflaster!“ Das 20-jährige Jubiläum von „5/8erl in Ehr’n“ wird übrigens am 12. September mit vielen bekannten Sangeskollegen in Wien gefeiert …

Danke Markus für den Ton und Dieter Edinger Stage Support Eventtechnik  für den Ton- und Technik Support sowie Andreas Pribitzer für das wunderbare Licht!


(c) Konzertbericht Brigitte Lassmann-Moser
(c) Fotos: Benjamin Uitz, Magdalena Schulmeister-Uitz, NÖN