KP

Zum zweiten Mal gastierte am Freitag, 5. Dezember, Kabarettist Andreas Ferner auf Einladung des Vereins „Kulturzwickl“ im Stadtsaal Zwettl.

„Man soll aufhören, wenn’s am schönsten ist“, meinte Andreas Ferner, „und ich habe gewartet und gewartet und gewartet…“. Nach 25 Jahren stieg er aus dem Lehrerberuf aus – und sprach doch zwei Stunden (fast) nur über die Schule. Das war natürlich seinem neuen Programm „Nie mehr Schule“ geschuldet. Mit pointierten Witzen, scharfsinnigen Beobachtungen und einer gehörigen Portion Selbstironie nahm Ferner das Schulsystem und den Alltag von Lehrern und Schülern humorvoll unter die Lupe.

„Fessor“ Ferner erzählte humorvoll, wie es dazu kam, dass er „Lehrer des Jahres“ wurde, was das schönste Kompliment war, das ihm ein Schüler je gemacht hat („Sie sind der einzige Lehrer, der kein Hurensohn ist“!“), warum man einmal Lehrer immer Lehrer bleibt („Das ist wie bei der Mafia: Du weißt zu viel!“) und warum die Spezies Lehrer langsam ausstirbt: „Ein Lehrer muss die Kompetenzen von 30 verschiedenen Berufen haben“, deshalb könne ein Lehrer, der aussteigt, alles werden, vom Gefängniswärter über Löwendompteur bis zu Lovecoach.

„Young, free und Single“

Ferners Plan B? Bildungsexperte? Bildungsminister? „Aber nein, ich habe eine Klasse ja schon innen gesehen. Ich werde Schulwart, dann ist die Macht mit mir!“, meinte der Schnellredner, der auch über sein ADHS erzählte („Ich habe erst recht spät zu reden begonnen – dafür nie mehr damit aufgehört!“

Andreas Ferner ließ allerdings nicht nur den Schulalltag hinter sich, sondern auch seine Ehe. „Ich bin wieder young, free und Single und mit 52 noch immer eine gute Partie.“ Insofern durften auch einige Dating-Erlebnisse nicht fehlen, wobei er auch beim Daten nicht so schnell aus seiner Lehrerrolle rauskomme.

Gangsta-Rap mit dem Publikum

Mit der Mitarbeit des Publikums war Ferner nicht immer ganz einverstanden, doch als er die Zuhörer „nachsitzen“ ließ und mit ihnen als Zugabe einen Gangsta-Rap einstudierte, war er dann doch wieder ganz happy mit der Beteiligung. Die Stimmung im Saal war großartig, und Ferner Geschichten aus dem Klassenzimmer sorgten für viele Lacher und begeisterten Applaus.
 
Ein herzliches Dankeschön als DIETER EDINGER STAGE SUPPORT Eventtechnik für den perfekten Sound, an ANDREAS PRIBITZER für das stimmungsvolle Licht sowie an PETER KOPPENSTEINER für die unvergleichlichen Fotos!


(c) Peter Koppensteiner