Musikalisch-literarisch rutschten die Gäste des Kulturzwickl Zwettl im gemütlichen Rahmen der Silvestergala im vollen Stadtsaal in das neue Jahr. Zum bereits dritten Mal hatte der Kulturverein eingeladen, den Jahreswechsel gemeinsam zu verbringen, zum zweiten Mal im Stadtsaal Zwettl bei guter Musik, lustigen Lesungen, mit Brötchen und Sekt.
Für den musikalischen Schwung in dieser Silvesternacht sorgte wieder die Wohnzimmerband, bekannt aus der erfolgreichen Kulturzwickl-Eigenproduktion: Alex Tod, Edwin Kainz und Florian Weiß begeisterten das Publikum mit ihren toll arrangierten und einzigartig interpretierten Coversongs, die zum Teil Musikwünsche der bisherigen Wohnzimmer-Gäste waren, von den Welthits „You are so beautiful“ von Joe Cocker über den „Pianoman“ von Billy Joel bis zu „Via con me“ von Paolo Conte. Aber auch Eigenkompositionen von Alex Tod in Waldviertler Mundart („G’hupft wia g’hatscht“) oder musikalische Raritäten wie das wunderbare Lied „Ich wollte wie Orpheus singen“ von Reinhard Mey waren zu hören. Das Repertoire reicht von Jazzigem („Zum Auflockern“) bis zum Austropop, etwa einem der schönsten österreichischen Liebeslieder: „Weilst a Herz hast wia a Bergwerk“ von Rainhard Fendrich. Von ihm kam auch das letzte Lied des Abends: „I am from Austria!“ Und kurz vor Mitternacht ging sich dann sogar noch eine Zugabe aus: „Roots“ von Alice Merton.
Viele trugen zum guten Gelingen bei
Dazwischen las Franz Fischer in seiner unnachahmlichen Art heitere Geschichten aus eigener Feder sowie Erlesenes, wobei die Beiträge aber nicht nur zum Lachen, sondern manchmal auch zum Nachdenken anregten. So machte sich Fischer Gedanken über die Babyboomer-Generation und was diese noch nicht hatte (kein TV – und wenn, dann nur schwarz-weiß, kein Telefon – und wenn, dann nur ein Vierteltelefon…). Nicht fehlen durfte ein gut recherchierter, sarkastischer Bericht über die manchmal sehr zweifelhaften Aussagen des US-Präsidenten Donald Trump und zum Abschluss ein lustiger Klassiker, den Fischer vor über 20 Jahren für die Theatergruppe Zwettl geschrieben hat, der aber nach wie vor aktuell ist – die Fragen eines Sohnes an den Vater und dessen Antworten. Es war insgesamt beste Unterhaltung im wahrsten Sinn.
Franz Fischer ließ aber auch die Köpfe der Gäste rauchen, nämlich bei einem Gewinnspiel, in dessen Rahmen er die Titelmelodien von bekannten TV-Serien anspielte, die es zu erraten galt. Keine einfache Aufgabe, aber recht unterhaltsam.
Zum großartigen Gelingen der Veranstaltung trugen auch die beiden „Edis“, Stage Support Dieter „Edi“ Edinger und Andreas „Eddi“ Pribitzer, bei, die für hervorragenden Ton und eine wunderbare Lichtstimmung auf der Bühne sorgten.
Der Abend war derart kurzweilig, dass der Jahreswechsel in Riesenschritten nahte. Um Mitternacht wurden alle ins Freie gebeten, wo man gemeinsam mit Spritzkerzen, bei Feuerschalen und dem Klang der Pummerin sowie des Donauwalzers das neue Jahr begrüßte und die Feuerwerke in der Stadt bewunderte. Und viele Gäste saßen danach noch lange im Stadtsaal-Buffet beisammen, wo sie von Petra Weber und ihrem Team bestens versorgt wurden, u. a. mit einer hervorragenden Gulaschsuppe als gute Grundlage für das eine oder andere Gläschen Sekt mehr …
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